in Bad Blankenburg
Veranstalter: Architektenkammer Thüringen
Barrierefreiheit und Inklusion sind keine Randthemen, sondern konkrete politische Gestaltungsaufgaben. Das zeigte die Regionalkonferenz „Barriere-FREI-zeit inklusiv gestalten“ in Bad Blankenburg deutlich. Dass dabei nicht nur fachlich diskutiert, sondern auch politisch Verantwortung übernommen wird, unterstrich die Beteiligung des BSW.

Mit Steffen Schütz, Minister für Digitales und Infrastruktur des Landes Thüringen (BSW), war die für öffentliche Gebäude, Infrastruktur und Standards zuständige politische Ebene direkt vertreten. Ergänzt wurde dies durch die Teilnahme von Kerstin Kurze (BSW) als Vertreterin des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr (TLBV), die gezielt Informationen zur praktischen Umsetzung barrierefreier Lösungen in öffentlichen Gebäuden recherchierte.
Damit wurde von Beginn an klar:
Inklusion soll nicht nur diskutiert, sondern umgesetzt werden.
Inklusion beginnt im Entwurf, nicht bei der Rampe
Ein zentrales Fazit der Konferenz: Barrierefreiheit ist eine Planungsaufgabe von Anfang an.
Viele Barrieren entstehen nicht aus Ignoranz, sondern aus eingefahrenen Planungsroutinen und falschen Annahmen. Wer erst nach Fertigstellung nachbessert, produziert häufig Symbolpolitik statt funktionierender Lösungen.
Inklusives Design orientiert sich an realen Nutzungsanforderungen:
- stufenlose, logisch geführte Wege
- verständliche und gut auffindbare Informationen
- einfache Sprache und klare Symbolik
- digitale Barrierefreiheit
- Gebäude und Räume, die intuitiv nutzbar sind
Ziel ist nicht Sonderbehandlung, sondern Design für alle.
Teilhabe ist ein Recht – keine Gefälligkeit
Freizeit, Kultur und Begegnung sind Teil gesellschaftlicher Grundversorgung.
Wer Menschen aufgrund baulicher, kommunikativer oder organisatorischer Barrieren ausschließt, verhindert Teilhabe – oft unbeabsichtigt, aber mit spürbaren Folgen.
Die Konferenz machte deutlich:
Inklusion ist kein freiwilliger Zusatz, sondern Ausdruck von Gleichberechtigung.
Praxis zeigt: Inklusion erhöht die Qualität
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Erfahrungen aus der Praxis. Sie zeigen eindeutig:
- barrierefreie Lösungen erhöhen Komfort und Orientierung
- klare Strukturen nützen allen Nutzergruppen
- niedrigschwellige Angebote werden stärker angenommen
Inklusion bedeutet nicht „mehr Aufwand für wenige“, sondern bessere Angebote für viele.
Demografischer Wandel: Inklusion ist Zukunftssicherung
Gerade in Thüringen verschärft der demografische Wandel die Anforderungen an Planung und Nutzung öffentlicher Räume. Eine älter werdende und vielfältigere Gesellschaft braucht Angebote, die ohne zusätzliche Hürden nutzbar sind.
Barrierefreiheit ist deshalb keine Zusatzleistung, sondern eine strategische Notwendigkeit:
- für Kommunen
- für öffentliche Bauherren
- für Kultur-, Freizeit- und Bildungseinrichtungen
Fazit
Die Regionalkonferenz in Bad Blankenburg hat gezeigt, dass barrierefreie Freizeitgestaltung und inklusives Bauen dann vorankommen, wenn Fachpraxis und politische Verantwortung zusammenkommen. Die frühe und aktive Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern des BSW macht deutlich, dass Inklusion als konkrete Umsetzungsaufgabe verstanden wird – nicht als wohlklingendes Leitbild.
Kurz gesagt:
Inklusion kostet Arbeit. Ausschluss kostet Zukunft.


