BSW lädt ein: Fachveranstaltung Landbusse – Bürgerbusse

BSW lädt ein

Bürgerbusse als Chance für den ländlichen Raum

Am 19. September 2024 fand im Thüringer Landtag in Erfurt eine Veranstaltung zum Thema Bürgerbusse statt. Der Bereich BSW-Gotha wurde dabei durch Vera, Kerstin und Rainer vertreten.

Nach der Eröffnung durch unseren Fraktionsvorsitzenden Frank Augsten und einem Grußwort des Staatssekretärs des TMDI, Dr. Knoblich, gab es Fachvorträge von Praktikern, die bereits Erfahrungen mit Bürgerbus- und Rufbus-Projekten gesammelt haben. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden den Bürgerbus vor Ort besichtigen und in einer abschließenden Diskussionsrunde mit den Akteuren ins Gespräch kommen.

Erfahrungen aus der Praxis
Vorgestellt wurden unterschiedliche Modelle aus Thüringen und anderen Bundesländern:

  • Altenburger Land:
    Rufbusse ergänzen dort den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum. Sie sind in den ÖPNV integriert, benötigen eine Voranmeldung (mindestens eine Stunde vorher) und werden besonders von Berufspendlern, Schülern und Senioren genutzt. Ein zentraler Disponent koordiniert die Fahrten. Für die langfristige Sicherung des Angebots ist eine dauerhafte Finanzierung erforderlich.
  • Bürgerbus Stadtroda:
    Ein rein ehrenamtlich getragenes Projekt, das aus einer Bürgerbefragung entstand. Parallel wurden Fahrer gewonnen und Haltepunkte definiert. Gefahren wird dienstags und donnerstags mit Fahrzeugen des Landkreises. Der Bürgerbus schließt Versorgungslücken, bringt Fahrgäste zu Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und besonderen Veranstaltungen – und das kostenlos. Der Strom für die Fahrzeuge wird über Photovoltaikanlagen bereitgestellt.
  • Ilmenau:
    Hier betreibt ein Verein mit 35 Mitgliedern und 14 Fahrern den Bürgerbus. Die Initiative entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Ilmenau. Rollstuhlbeförderung ist derzeit nicht möglich. Die Kosten werden teilweise über Förderprogramme (z. B. LEADER) und Mitgliedsbeiträge gedeckt.
  • Elli-Bus (Mecklenburg-Vorpommern):
    Wird von einem Verein betrieben und über Sponsoren und Spenden finanziert. Der Bus fährt montags bis freitags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr.
  • ÖPNV & Taxi-Modelle (Beispiel Schwaben):
    Hier werden Bürgerfahrten in Kooperation mit örtlichen Taxiunternehmen angeboten. Über eine App können Fahrten gebündelt werden. Das System ist in Zonen organisiert und günstiger als reguläre Taxifahrten.

Zentrale Erkenntnisse und Forderungen
Alle Praxisberichte zeigen: Bürgerbusse sind eine wichtige Ergänzung zum ÖPNV, besonders im ländlichen Raum.
Damit solche Projekte langfristig bestehen können, braucht es:
Unterstützung bei der Fahrergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit. verlässliche Förderungen für Fahrzeuge und Betriebskosten, eine Integration in den ÖPNV mit Anbindung an den Taktfahrplan, rechtliche Erleichterungen, z. B. durch Gemeinnützigkeitsstatus für Vereine,

alls Sie den BSW „Leitfaden für Bürgerbusse“ zur ersten Information erhalten möchten bitte eine kurze e-mail an: veit.schmeisser@bsw-thl.de